Münsters neues Kolonialismus-Projekt fordert zum kritischen Dialog auf
Lara KellerMünsters neues Kolonialismus-Projekt fordert zum kritischen Dialog auf
Städtisches Museum Münster stellt neue Ausstellung zur Kolonialgeschichte vor
Das Städtische Museum Münster hat eine neue Ausstellung eröffnet, die sich mit dem Erbe des Kolonialismus auseinandersetzt. Der "Themenraum Kolonialismus" verbindet historische Perspektiven mit heutigen Auswirkungen und präsentiert sie durch Kunst, Diskussionen und Bildungsveranstaltungen. Das von 15 lokalen Einrichtungen organisierte Projekt zielt darauf ab, Schüler:innen und die Öffentlichkeit für diese komplexe Geschichte zu sensibilisieren.
Eine weitere Ausstellung mit Werken des Fotografen Pan Walther endet am 12. Oktober. Seine Bilder dokumentieren die Wallfahrt nach Saintes-Maries-de-la-Mer, bevor der Ort zu einem bedeutenden Touristenziel wurde. Zudem wird ab dem 10. Oktober ein großformatiges Foto eines frühen Flugwettbewerbs zu sehen sein.
Der "Themenraum Kolonialismus" entstand in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Museum, dem Historischen Seminar der Universität Münster und dem Institut für Geschichtsdidaktik. Die Ausstellung zeigt Auftragsmalereien, die noch heute sichtbare koloniale Spuren aufzeigen. Neben den Exponaten lädt ein eigens eingerichteter Werkraum Besucher:innen zu Diskussionen und kreativen Projekten ein – für diese Angebote ist jedoch eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Für Schüler:innen der weiterführenden Schulen finden am 8. und 9. Oktober von 10 bis 14 Uhr Studientage statt, für die keine Anmeldung nötig ist. Studierende der Universität stehen dabei als Ansprechpartner zur Verfügung. Weitere Studientage sind für Dezember 2025 und Februar 2026 geplant.
Am 11. Oktober um 16 Uhr bietet eine Führung durch die Ausstellung für 5 Euro (ermäßigt 3 Euro) vertiefende Einblicke in die präsentierten Themen.
In einem anderen Bereich des Museums wird ab dem 10. Oktober ein großes Foto des ersten Jugendflugwettbewerbs in Nordrhein-Westfalen gezeigt. Die Veranstaltung, die an Ferdinand Eimermacher erinnert, markiert einen frühen Meilenstein der deutschen Luftfahrtgeschichte.
Münster ist nicht die einzige Stadt, die sich mit der kolonialen Vergangenheit beschäftigt. Auch Mannheim, Duisburg und Berlin haben ähnliche Ausstellungen und Programme entwickelt. In Mannheim übernimmt das MARCHIVUM eine Vorreiterrolle, während das Kultur- und Stadthistorische Museum Duisburg und der Forschungscampus Dahlem in Berlin zur Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte und ihrer langfristigen Folgen beitragen.
Der "Themenraum Kolonialismus" bietet einen Ort des Lernens und der Reflexion über ein schwieriges Kapitel der Geschichte. Mit Studientagen, Führungen und partizipativen Workshops fördert die Ausstellung die aktive Auseinandersetzung. Die Schließung der Fotoausstellung von Pan Walther und die neue Luftfahrtausstellung bereichern zudem das Herbstprogramm des Museums. Vergleichbare Initiativen in anderen deutschen Städten zeigen ein wachsendes Bestreben, die anhaltenden Auswirkungen des Kolonialismus zu thematisieren.






