Niedersachsen setzt auf Tiefengeothermie: 5.000 Haushalte profitieren von neuem Pilotprojekt
Lara KellerNiedersachsen setzt auf Tiefengeothermie: 5.000 Haushalte profitieren von neuem Pilotprojekt
Niedersachsen hat einen bedeutenden Schritt in Richtung erneuerbare Energien gemacht, indem es erstmals Fördergelder für Tiefengeothermie bewilligt hat. Das lange verzögerte Projekt soll rund 5.000 Haushalte in Munster mit Wärme versorgen. Bisher hatte die Landesregierung nur wenig Interesse gezeigt, die Initiative voranzutreiben.
Das Vorhaben wurde erstmals 2008 vorgeschlagen und 2014 zu einem bundesweiten Pilotprojekt erklärt. Trotz des vielversprechenden Starts kam der Fortschritt jahrelang zum Erliegen. Nun erhält die Stadtwerke Munster-Bispingen mit 7,1 Millionen Euro Landesförderung die Möglichkeit, eine stillgelegte Erdgasbohrung für die Geothermie umzurüsten.
Die Förderung deckt 90 Prozent der Kosten und übernimmt das Risiko einer erfolglosen Erkundung. Damit kann das Unternehmen die bestehende Bohrung vertiefen und stabilisieren. Langfristig ist zudem geplant, Lithium zu fördern – ein Schlüsselmaterial für die Batterietechnologie.
Tiefengeothermie könnte bis zu 30 Prozent des regionalen Wärmebedarfs decken. Das Projekt markiert einen Wandel in der Energiestrategie Niedersachsens hin zu nachhaltigen und lokalen Wärmeversorgungslösungen. Die 7,1 Millionen Euro Investition nutzen alte Infrastruktur für eine neue Energiequelle. Bei Erfolg könnte das Vorhaben Tausende Haushalte mit Wärme versorgen und künftig die Lithiumgewinnung unterstützen. Die Entscheidung des Landes, den Großteil der Kosten zu tragen, unterstreicht das stärkere Engagement für die Geothermie.
