05 June 2026, 18:59

Öffentlicher Sektor erkennt Cloud-Potenzial – doch die Umsetzung stockt massiv

Wolken im öffentlichen Sektor

Öffentlicher Sektor erkennt Cloud-Potenzial – doch die Umsetzung stockt massiv

Cloud-Technologie wird für den öffentlichen Sektor immer unverzichtbarer – doch die Umsetzung hinkt hinterher

Mit der beschleunigten digitalen Transformation gewinnt die Cloud-Technologie für Behörden zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch: Obwohl 60 Prozent der öffentlichen Einrichtungen ihre Wichtigkeit erkennen, stockt die praktische Einführung. Viele kämpfen mit strategischen Lücken, Sicherheitsbedenken und mangelnder Schulung, die den Fortschritt bremsen.

Die Untersuchung offenbart eine deutliche Kluft zwischen Erkenntnis und Handlung. Zwar planen 66 Prozent der Behörden in den kommenden Jahren den Umstieg auf Cloud-Lösungen, doch nur 20 Prozent haben tatsächlich eine Cloud-Strategie ausgearbeitet. Noch weniger – weniger als 10 Prozent – haben die Sicherheitsrichtlinien des BSI für die Cloud vollständig umgesetzt. Die meisten bleiben damit anfällig für potenzielle Risiken.

Ein weiteres Schwachfeld ist die Mitarbeiterqualifizierung. Nur jede fünfte Behörde hat in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten für Cloud-Computing investiert. Dieser Mangel an Fachwissen verschärft ein grundlegendes Problem: 55 Prozent der Einrichtungen geben zu, überhaupt keine praktische Erfahrung mit Cloud-Technologien zu haben.

Bei der Wahl von Cloud-Lösungen stehen Datensouveränität und operationelle Kontrolle an erster Stelle. Die private Cloud bleibt mit 56 Prozent die bevorzugte Option, dicht gefolgt von der Deutschen Verwaltungscloud (DVC) mit 53 Prozent. Erwartet wird, dass die DVC ihren Schwerpunkt vor allem auf Software-as-a-Service (SaaS)-Angebote legt.

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Doch der Umstieg scheitert oft an einem zentralen Hindernis: Viele Behörden stecken in einem Teufelskreis fest, weil nur begrenzt verwaltungsrelevante Dienstleistungen als Cloud-Lösungen verfügbar sind. Um diesen Stillstand zu überwinden, wünschen sie sich klarere Leitlinien für Strategieentwicklung, Implementierung und Beschaffung.

Die Studie zeichnet ein Bild von verhaltenem Optimismus, gepaart mit handfesten Herausforderungen. Die meisten öffentlichen Einrichtungen betrachten die Cloud-Nutzung als unvermeidlich, doch der Fortschritt bleibt zäh – gehemmt durch Qualifizierungslücken, Compliance-Defizite und fehlende Praxiserfahrung. Ohne stärkere Unterstützung und verbindlichere Rahmenbedingungen wird der Wandel hin zur Cloud in der Verwaltung voraussichtlich weiter ungleichmäßig verlaufen.

Quelle