Protest in Dortmund: Aktivisten kämpfen gegen geplante Sozialkürzungen und Obdachlosigkeit
Lara KellerProtest in Dortmund: Aktivisten kämpfen gegen geplante Sozialkürzungen und Obdachlosigkeit
Laut einer Schätzung der Stadt Dortmund aus dem Jahr 2023 sind derzeit etwa 500 bis 600 Menschen in der Stadt von Obdachlosigkeit betroffen. Am Samstag versammelten sich Aktivistinnen und Aktivisten vor dem Dortmunder Jobcenter, um gegen geplante Kürzungen bei Sozialleistungen zu protestieren. Die unter dem Motto "Solidarität statt Zwangsarbeit" organisierte Demonstration sollte auf die Notlagen von Arbeitslosen und sozial benachteiligten Bürgerinnen und Bürgern aufmerksam machen.
Das Hartz Café Dortmund, eine Anlaufstelle für von Armut betroffene Menschen, führte den Protest an. Die Ehrenamtlichen Luca und Alexander halfen bei der Organisation der Veranstaltung, um Menschen in schwierigen Lebenssituationen eine Stimme zu geben. Ihr Ziel war es, die Öffentlichkeit über verschärfte Sozialgesetze zu informieren und zu kollektivem Widerstand aufzurufen.
Die Rechtsanwältin und Sozialberaterin Steffi Eulitz sprach über die extreme Not, mit der bestimmte Gruppen konfrontiert sind – darunter Drogenabhängige, Obdachlose sowie ältere oder kranke Menschen. Sie kritisierte Pläne für pauschale Wohnkostenzuschüsse, da diese die tatsächlichen Lebenshaltungskosten ignorierten. Unterdessen warnte Christopher Davis von der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU, dass Leistungskürzungen auch die breite Bevölkerung der Erwerbstätigen bedrohen würden.
Der Haushalt der Stadt für 2026 sieht 7,5 Millionen Euro zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit vor – ein Zeichen für den anhaltenden wirtschaftlichen Druck. Auch Gesundheitsdienste wie der kommunale Ordnungsdienst stehen vor Belastungen, da betroffene Gruppen vermehrt unter psychischen Erkrankungen leiden. Die Organisatorinnen und Organisatoren betonten, dass weitere Kürzungen diese Probleme verschärfen würden.
Die Demonstration sollte auf die Lebensumstände von Arbeitslosen und ihre sozialen Benachteiligungen aufmerksam machen. Da keine aktualisierten Zahlen zur Obdachlosigkeit für 2026 vorliegen, befürchten Aktivistinnen und Aktivisten, dass die laufenden Debatten zu drastischen Sozialkürzungen führen könnten. Die Veranstaltung rief zu mehr Solidarität und zu Widerstand gegen die geplanten Einschnitte im Sozialsystem auf.






