Warum die AfD trotz Skandale weiter wächst – eine überraschende Analyse
Marie WolfWarum die AfD trotz Skandale weiter wächst – eine überraschende Analyse
Der Aufstieg des rechtspopulistischen Lagern in Deutschland lässt viele nach Antworten suchen. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani liefert nun neue Erkenntnisse darüber, warum Parteien wie die Alternative für Deutschland (AfD) weiterhin an Zuspruch gewinnen. Seine Analyse stellt gängige Annahmen infrage, wie man ihrem Einfluss begegnen kann.
Die AfD startete 2013 als rechtliberale, EU-skeptische Partei. Mit 4,7 Prozent der Stimmen verfehlte sie knapp den Einzug in den Bundestag. 2014 erreichte sie bei der Europawahl 7 Prozent, bevor sie während der Flüchtlingskrise 2015 weiter wuchs. Es folgte eine interne Radikalisierung, die Gemäßigtere verdrängte und bis 2026 Figuren wie Tino Chrupalla und Alice Weidel an die Spitze brachte. Trotz Extremismusvorwürfen stieg die Unterstützung für die Partei weiter an.
In seinem Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" untersucht El-Mafaalani, wie Menschen das Vertrauen in Institutionen verlieren – in Gerichte, Wissenschaft und Medien. Populistische Strategen nutzen dieses Misstrauen aus, um Wähler in eng verbundenen Gruppen zu binden. Diese "Gemeinschaften des Misstrauens" setzen stattdessen ihr Vertrauen in Parteien, die der liberalen Demokratie feindlich gegenüberstehen. Digitale Medien erleichtern es solchen Menschen, sich zu vernetzen und zu organisieren.
Der Soziologe warnt, dass es nicht ausreicht, die Inkompetenz der AfD bloßzustellen, um ihren Einfluss zu schwächen. Selbst wenn die Partei keine Ergebnisse liefert, werden ihre Wähler kaum zur demokratischen Mitte zurückkehren. Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins FUTURZWEI, fragt daher, was stattdessen getan werden kann. El-Mafaalani deutet an, dass die Antwort im Verständnis der tief verwurzelten Dynamik des Misstrauens liegt.
Seine Forschung zeigt, warum herkömmliche Strategien gegen Rechtspopulismus oft scheitern. Die Ergebnisse weisen auf neue Ansätze hin, die darauf abzielen, das Vertrauen in Institutionen wiederherzustellen. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Erkenntnisse in konkrete Maßnahmen umzusetzen.






