Schwere Krawalle bei Oberliga-Spiel: Spielabbruch und Festnahmen nach Hooligan-Ausschreitungen
Sebastian HuberSchwere Krawalle bei Oberliga-Spiel: Spielabbruch und Festnahmen nach Hooligan-Ausschreitungen
Ausschreitungen bei Oberliga-Spiel zwischen Rot-Weiß Ahlen und SG Wattenscheid 09
Am Wochenende ist es bei einem Oberliga-Spiel zwischen Rot-Weiß Ahlen und der SG Wattenscheid 09 zu schweren Gewaltausbrüchen gekommen. Die Polizei griff ein, nachdem verfeindete Hooligan-Gruppen aufeinandertrafen – mit Verletzten und mehreren Festnahmen als Folge.
Die Partie wurde nach wiederholten Störungen, darunter dem Werfen von Böllern auf das Spielfeld, abgebrochen.
Die Unruhen begannen, als Heimfans Pyrotechnik zündeten und Gäste mit Knallkörpern reagierten. Die Behörden bestätigten später Ermittlungen wegen schwerwiegender Sicherheitsverstöße im Stadion.
Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel schließlich, nachdem ein weiterer Böller auf dem Platz gelandet war. Die SG Wattenscheid wurde daraufhin zum Sieger erklärt.
Nach dem Spiel stürmten etwa 40 Personen das Spielfeld und drangen auf nahegelegene Gleise vor. Dort rissen sie Schottersteine auf, woraufhin der Bahnverkehr vorübergehend eingestellt werden musste.
Ahler Hooligans, unterstützt von Verbündeten aus Zwolle, gerieten mit der Polizei aneinander. Beamte wurden mit Wurfgeschossen und gefährlichen Gegenständen angegriffen, wobei ein Polizist verletzt wurde. Drei Zwoller Fans wurden festgenommen – zwei Erwachsene kamen in Untersuchungshaft, ein Jugendlicher wurde in Schutzhaft genommen.
Nun laufen Ermittlungen wegen Landfriedensbruchs und Angriffe auf Polizeikräfte. Verletzte unter Unbeteiligten gab es demnach nicht.
Die Vorfälle reiht sich in eine Reihe von Pyro-Vorfällen im deutschen Fußball ein. In der Saison 2025/26 verzeichneten einige Bundesliga-Vereine bis zu 13 separate Zwischenfälle mit Hunderten von Leuchtraketen und Feuerwerkskörpern. Ein Klub meldete allein 364 Pyro-Gegenstände in 13 Fällen, ein anderer 477 in 12 Vorfällen. Hochrechnungen deuten auf 7 bis 13 Zwischenfälle pro betroffenem Verein hin, wobei die genauen Zahlen für 2026 noch unklar sind.
Der Spielabbruch unterstreicht die anhaltenden Probleme mit Fan-Gewalt und Sicherheitsmängeln im unterklassigen Fußball. Die Polizei hat mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet, es gab bereits Festnahmen, und weitere Maßnahmen werden erwartet.
Nach Reparaturarbeiten nahm der Bahnverkehr seinen Betrieb wieder auf. Dennoch verstärkt der Vorfall die Sorgen über Hooliganismus und den missbräuchlichen Einsatz von Pyrotechnik in Stadien.






