Staatliche Behörde sucht Fotos von Wolfkot - Wölfe in NRW: Behörden sammeln Wolfskot-Fotos für DNA-Analysen
Wölfe kehren langsam nach Nordrhein-Westfalen zurück
In Nordrhein-Westfalen sind seit 2021 wieder vermehrt Wölfe unterwegs – Schätzungen zufolge leben derzeit etwa 15 bis 20 Tiere in zwei bis drei Rudeln im Land. Die meisten Sichtungen gab es im Osten des Bundeslandes, nahe der Grenzen zu Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Um ihre Ausbreitung besser nachvollziehen zu können, setzen die Behörden nun auf eine ungewöhnliche Methode: Sie bitten die Bevölkerung um Fotos von Wolfslosung.
Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) hat einen Aufruf an Naturliebhaber gerichtet, verdächtige Wolfskot-Proben fotografisch zu dokumentieren. Besonders angesprochen werden Menschen, die sich häufig im Freien aufhalten – etwa Wanderer, Jäger oder Forstmitarbeiter. Die Behörde wünscht sich aussagekräftige Aufnahmen, um einschätzen zu können, ob es sich tatsächlich um Wolfslosung handeln könnte.
Doch wie erkennt man Wolfskot? Typischerweise ist er mindestens 20 Zentimeter lang und 2,5 Zentimeter dick, oft mit sichtbaren Haaren, Knochenresten oder Überbleibseln von Beutetieren. Falls ein eingereichtes Foto vielversprechend aussieht, besucht ein LANUV-Mitarbeiter die Fundstelle, um eine Probe für eine DNA-Analyse zu entnehmen. Diese Tests helfen dabei, herauszufinden, ob der Kot von einem bereits bekannten Wolf stammt oder von einem Neuankömmling in der Region.
Auch bei Tieren, die möglicherweise von Wölfen gerissen wurden, werden DNA-Proben genommen. Anhand von Speichelspuren auf Kadavern können Forscher Wolfsaktivitäten nachweisen und die Bewegungen einzelner Tiere nachverfolgen. Alle Fotos lassen sich direkt über das "Wolfsportal" der Behörde hochladen, wo sie von Experten geprüft werden.
Ziel der Aktion ist es, ein genaueres Bild der Wolfspopulation in NRW und den angrenzenden Gebieten zu gewinnen. Durch die Auswertung von DNA aus Losung und Beuteresten können die Behörden die Ausbreitung und das Verhalten der Tiere besser überwachen. Die Mithilfe der Bevölkerung spielt dabei eine entscheidende Rolle für den Erfolg der laufenden Forschungsarbeiten.






