Solingen diskutiert über digitale Souveränität durch Open-Source-Software in der Verwaltung
Marie WolfSolingen diskutiert über digitale Souveränität durch Open-Source-Software in der Verwaltung
Die CDU-Fraktion im Solinger Stadtrat hat eine Debatte über die Stärkung der digitalen Souveränität in der Stadtverwaltung angeregt. Dabei wird die starke Abhängigkeit von einer kleinen Zahl internationaler Softwareanbieter in öffentlichen Einrichtungen kritisch hinterfragt. Ziel des Vorstoßes ist es, eine schrittweise Umstellung auf Open-Source-Lösungen zu prüfen.
Die CDU fordert die Verwaltung auf, ihre strategische Ausrichtung für einen schrittweisen Wechsel zu Open-Source-Software darzulegen. Konkrete Angaben werden zu den derzeit genutzten proprietären Softwareprodukten in der Verwaltung und ihren städtischen Betrieben verlangt.
Zudem wünscht die Fraktion eine detaillierte Übersicht der eingesetzten Softwarekategorien. Dazu gehören der Anteil von Software-as-a-Service-Angeboten, Abo-Modellen und zeitlich befristeten Lizenzen. Ergänzend soll eine Kostenaufstellung der jährlichen Ausgaben für die wichtigsten proprietären Programme vorgelegt werden.
Die CDU bezieht sich in ihrem Antrag auf die bundesweite Diskussion über Softwareabhängigkeiten. So habe der Bund im Jahr 2025 allein für Microsoft-Lizenzen laut Berichten rund 500 Millionen Euro gezahlt. Die Fraktion betont, dass es nicht um einen abrupten Wechsel gehe, sondern um eine fachlich fundierte Debatte zur Verringerung der Abhängigkeit von Einzelanbietern.
Weiter wird gefragt, ob bereits Vorüberlegungen oder konkrete Schritte für eine Umstellung auf Open-Source-Software existieren. Der Antrag sieht eine umfassende Bestandsaufnahme der aktuellen Softwarenutzung und möglicher Umstellungswege vor. Die CDU will damit eine strukturierte Diskussion über mehr digitale Unabhängigkeit in der Solinger Verwaltung anstoßen – mit Fokus auf schrittweise Veränderungen statt einem sofortigen Ersatz bestehender Systeme.
