Solingen diskutiert umstrittene Senkung der Klassenzimmertemperatur auf 19 Grad
Lara KellerSolingen diskutiert umstrittene Senkung der Klassenzimmertemperatur auf 19 Grad
Der Stadtrat von Solingen erwägt einen Plan, die Klassenzimmertemperatur in diesem Winter auf 19 Grad Celsius zu senken. Der Vorschlag kommt nach zwei Jahren häufigen Lüftens wegen COVID-19, das viele Klassenzimmer unangenehm kalt zurückließ. Eine endgültige Entscheidung soll nach den Herbstferien fallen.
In den vergangenen beiden Schuljahren führte das regelmäßige Lüften zur Eindämmung des Virus oft zu kühlen Temperaturen in den Klassenzimmern. Dies beeinträchtigte den Komfort und die Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler.
Der Plan, die Heiztemperatur auf 19 Grad zu reduzieren, stößt auf Widerstand der Freien Demokratischen Partei (FDP). Sie argumentiert, dass ein solcher Schritt gegen die deutsche Arbeitsstättenverordnung und die Unfallversicherungsvorschriften verstoßen würde, die eine Mindesttemperatur von 20 Grad in Klassenzimmern vorschreiben. Die FDP warnt zudem, dass ein Alleingang ein falsches Signal senden könnte, da Solingen sich mit den Nachbarstädten Wuppertal und Remscheid abgestimmt sehen will, wo keine Temperatursenkungen geplant sind.
Trotz ihrer Haltung unterstützt die FDP andere Energiesparmaßnahmen an Schulen. Dazu gehören die Sensibilisierung für das Heizen bei geöffneten Fenstern sowie die Vermeidung unnötigen Lüftens in Fluren. Die Partei betont, dass Schülerinnen und Schüler keine eisigen Bedingungen beim Lernen ertragen sollten.
Der Rat wird nach den Herbstferien über den Vorschlag abstimmen. Sollte er angenommen werden, stünde die Regelung im Widerspruch zu den bundesweiten Arbeitsplatzvorgaben. Benachbarte Städte haben ähnliche Kürzungen der Heiztemperaturen bereits ausgeschlossen.
