Solingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – bis zu 400 Euro pro Monat
Sebastian HuberSolingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – bis zu 400 Euro pro Monat
Die Stadtverwaltung von Solingen steht wegen Pläne zur Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren massiv in der Kritik. Die vorgeschlagenen Steigerungen, die mehr als 400 Euro pro Kind und Monat betragen sollen, stoßen bei Wirtschaftsvertretern und lokalen Politikern auf scharfe Ablehnung. Gegner argumentieren, dass die Maßnahme Familien belasten, Fachkräfte vertreiben und die Wirtschaftskraft der Stadt schwächen werde.
Die Verwaltung von Oberbürgermeister Tim Kurzbach plant eine deutliche Anhebung der Kita-Gebühren in Solingen. Die neuen Sätze würden die monatlichen Kosten auf über 400 Euro pro Kind treiben – ein Betrag, der deutlich über dem benachbarter Kommunen liegt. In einigen umliegenden Regionen werden für die Kinderbetreuung kaum oder gar keine Gebühren erhoben, was Solingen für junge Familien weniger attraktiv macht.
Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Solinger Mittelstandsverbands, bezeichnete die Pläne als „eine Katastrophe für den Wirtschaftsstandort Solingen“. Sie warnte, dass hohe Gebühren berufstätige Familien aus der Stadt treiben und den Fachkräftemangel weiter verschärfen könnten. Marc Westkämper, ihr Stellvertreter im Verband, nannte die Politik „rückschrittlich und frauenfeindlich“ und argumentierte, sie werde Frauen davon abhalten, nach der Elternzeit in den Beruf zurückzukehren.
Sowohl Steingruber als auch Westkämper kritisierten Kurzbach zudem dafür, den von ihnen als „aufgeblähten Verwaltungsapparat“ bezeichneten Bereich nicht abzubauen. Westkämper ging noch weiter und bezeichnete den Kurs der Koalition als „gesellschaftlichen Rückschritt ins letzte Jahrhundert“, der bereits erzielte Fortschritte zunichtemache.
Die geplanten Gebührenerhöhungen haben Befürchtungen vor einem wirtschaftlichen Abschwung und einem verschärften Fachkräftemangel in Solingen ausgelöst. Kritiker befürchten, dass die Politik Familien vertreiben und die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt mindern werde. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Verwaltung ihre Pläne überarbeiten oder mit weiterem Widerstand rechnen muss.






