02 May 2026, 04:03

Sprengstoff-Experten in NRW: Wenn jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet

Eine Gruppe von Männern in Helmen und Handschuhen, die eine große Bombe in einer Fabrik entschärfen.

Sprengstoff-Experten in NRW: Wenn jede Sekunde über Leben und Tod entscheidet

In Nordrhein-Westfalen bekämpfen zwei Spezialeinheiten Sprengstoffgefahren – mit klaren, aber manchmal sich überschneidenden Aufgabenbereichen. Das Landeskriminalamt (LKA) ist für kriminelle Fälle und illegale Pyrotechnik zuständig, während der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) präventiv unkonventionelle Sprengkörper und Altlasten aus Kriegen räumt. Bei Hochrisikoeinsätzen, etwa bei Razzien mit beschlagnahmten Sprengstoffen, arbeiten beide Teams Hand in Hand.

Beim LKA leitet Andreas Otte eine Einheit, die jährlich rund 800 Einsätze bewältigt – darunter 300 Bombenentschärfungen. Seine Arbeit erfordert absolute Präzision: Ein Fehler kann tödlich enden, und Nachlässigkeit ist ausgeschlossen. Vor jedem Einsatz rüstet sich der ausgebildete USBV-Entschärfer (Unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen) mit einem 40 Kilogramm schweren Schutzanzug aus. Das marineblaue Kevlar-Gewand, das über 60.000 Euro kostet, umfasst einen verstärkten Helm – Handschuhe fehlen jedoch. Das Anlegen dauert 15 Minuten, doch dieser Aufwand ist unverzichtbar, bevor er sich einem verdächtigen Objekt nähert.

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Sein Team setzt vor allem ferngesteuerte Roboter ein, um Sprengkörper unschädlich zu machen. Nur in Ausnahmefällen, wenn filigrane Handgriffe nötig sind, greifen die Experten selbst ein. Die Arbeit des LKA hat sich gewandelt: Während Überfälle auf Geldautomaten seltener werden, nehmen Funde von Pyrotechnik bei Durchsuchungen und in Fußballstadien zu.

Derweil konzentriert sich der KBD auf die Räumung von Blindgängern vor Bauprojekten. Allein 2024 bearbeitete die Einheit 35.500 Anfragen und beseitigte 7.266 Kampmittel, darunter 1.606 Bomben und 2.496 Granaten. Die Zusammenarbeit der beiden Teams zeigt sich etwa bei Polizeieinsätzen wie einer jüngsten Drogenrazzia in Aachen, wo das LKA die Führung übernahm.

Otte betont, dass jeder Einsatz höchste Konzentration erfordert. Routine gibt es in diesem Job nicht – jeder Alarm kann über Leben und Tod entscheiden.

Gemeinsam sichern das LKA und der KBD Nordrhein-Westfalen gegen Sprengstoffgefahren ab. 2024 räumten sie tausende Kampmittel und bearbeiteten zehntausende Anfragen. Ob in der Kriminalitätsbekämpfung oder bei präventiven Räumungen – ihre Arbeit schützt die öffentliche Sicherheit.

Quelle