02 May 2026, 12:04

Strompreise erstmals 2024 negativ – wer profitiert vom Sonnenwind-Effekt?

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Strompreise erstmals 2024 negativ – wer profitiert vom Sonnenwind-Effekt?

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden mit dynamischen Tarifen profitieren

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr ins Negative – ein Vorteil für Verbraucher mit dynamischen Tarifen. Der ungewöhnliche Preisverfall war auf kräftigen Sonnenschein und starke Winde zurückzuführen, die die Erzeugung erneuerbarer Energien auf Rekordniveau trieben. Manche Haushalte verdienten sogar Geld, indem sie in Spitzenproduktionszeiten Strom verbrauchten.

Der sogenannte „Sonnenwind“-Effekt – wenn Solaranlagen und Windräder gleichzeitig auf Hochtouren laufen – ließ die Großhandelspreise für Strom abstürzen. Zwischen 9 und 17 Uhr blieben die Preise negativ und erreichten zwischen 13 und 14 Uhr mit -250,32 Euro pro Megawattstunde ihren Tiefststand. Umgerechnet entspricht das -25,03 Cent pro Kilowattstunde auf Großhandelsebene.

Für Endkunden fielen die Ersparnisse je nach Region unterschiedlich aus. In Gebieten mit niedrigen Netzentgelten, etwa in Köln, zahlten Tibber-Kunden am Nachmittag teilweise nur -8,6 Cent pro Kilowattstunde – manche erhielten sogar Nettopreise von -12 Cent pro Kilowattstunde. Bundesweit lagen die Endverbraucherpreise jedoch zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, abhängig von lokalen Gebühren.

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Die extremen Preisschwankungen hielten auch am Abend an. Zwischen 20 und 21 Uhr schnellte Tibbers dynamischer Tarif auf 36 Cent pro Kilowattstunde hoch – der höchste Wert des Tages. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, erklärte, dass in diesem Sommer neue Rekordwerte bei negativen Preisen möglich seien. 2023 waren die Großhandelspreise bereits 457 Stunden im Minus, und Experten erwarten für 2024 ähnliche Muster – bedingt durch die anhaltende Inflexibilität des Strommarktes.

Die Preissprünge führten dazu, dass einige Kunden durch ihren Stromverbrauch am Tag effektiv Geld verdienten. Während die Großhandelspreise stundenlang negativ blieben, profitierten Endverbraucher je nach Standort und Tarifmodell unterschiedlich. Analysten sagen voraus, dass negative Strompreise mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien häufiger auftreten werden.

Quelle