20 March 2026, 20:03

Studie enthüllt: Rassistische Vorurteile in Deutschland bleiben tief verankert

Altes Buch mit dem Titel "Deutschland" auf schwarzem Hintergrund.

Studie enthüllt: Rassistische Vorurteile in Deutschland bleiben tief verankert

Eine neue Studie hat tief verwurzelte rassistische Einstellungen in der deutschen Gesellschaft offenbart: Viele Menschen vertreten nach wie vor Ansichten, die längst wissenschaftlich widerlegt sind. Die Ergebnisse werden zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem Nordrhein-Westfalen ein umstrittenes Antidiskriminierungsgesetz prüft, das die Beweislast in Diskriminierungsfällen umkehren würde. Öffentliche Einrichtungen, darunter auch Schulen, müssten bei Verabschiedung des Gesetzes mit Entschädigungsforderungen rechnen.

Zwischen Oktober 2025 und Januar 2026 befragte der Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitor 5.000 Personen. Die Stichprobe konzentrierte sich auf Stadtbewohner:innen, junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren, Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund aus Großstädten wie Berlin, Hamburg und München. Die Ergebnisse zeigen besorgniserregende Trends: 36 Prozent der Befragten glauben weiterhin an die Existenz verschiedener "Rassen" – obwohl die Wissenschaft den Begriff längst als überholt betrachtet.

Fast die Hälfte der Teilnehmenden ist zudem der Meinung, dass einige Gruppen "von Natur aus fleißiger" seien. Zwei Drittel behaupteten sogar, bestimmte Kulturen seien "fortschrittlicher und überlegen". Diese Haltungen decken sich mit hohen Diskriminierungserfahrungen: Ein Viertel der schwarzen Befragten und 17 Prozent der muslimischen Teilnehmenden gaben an, mindestens einmal im Monat Beleidigungen, Drohungen oder körperliche Angriffe zu erleben. Weitere 63 Prozent der Schwarzen berichteten von regelmäßiger respektloser Behandlung oder Herabwürdigung.

Das geplante Gesetz in Nordrhein-Westfalen soll es Opfern erleichtern, Diskriminierung nachzuweisen, indem es die Beweislast umkehrt. Klagen gegen Staatsbehörden, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen wären dann leichter durchsetzbar. Der Beamtenbund warnt jedoch, selbst alltägliche Amtshandlungen könnten so zum Gegenstand von Vorwürfen werden. Die Studie zeigt zudem, dass Menschen, die häufig Diskriminierung erfahren, deutlich weniger Vertrauen in öffentliche Institutionen haben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Umfrage unterstreicht die anhaltenden rassistischen Vorurteile in der deutschen Gesellschaft, während das geplante Gesetz die Handhabung von Diskriminierungsfällen grundlegend verändern könnte. Bei einer Verabschiedung müssten sich öffentliche Einrichtungen auf mehr Klagen und Entschädigungsforderungen einstellen. Die Ergebnisse deuten zudem auf eine wachsende Vertrauenskrise zwischen marginalisierten Gruppen und staatlichen Stellen hin.

Quelle