Verbotenes Ballett über Rudolf Nurejew polarisiert weltweit
Ein kühnes Ballett über das Leben Rudolf Nurejews sorgt seit seiner Entstehung für Kontroversen. Die Uraufführung fand 2017 am Moskauer Bolschoi-Theater statt, doch später wurde die Produktion in Russland verboten – mit der Begründung, sie verstoße gegen Gesetze zur sogenannten "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen". Dennoch bleibt das Werk ein beeindruckendes Denkmal für eine der legendärsten Figuren des Balletts, das seine dramatische Lebensgeschichte mit opulenter Bühnengestaltung verbindet.
Das Ballett "Nurejew" zeichnet den Werdegang des Tänzers nach – von seinen Anfängen unter Alexander Puschkin an der Waganowa-Ballettakademie in Leningrad bis zu seiner spektakulären Flucht nach Frankreich. Sein Leben, geprägt von künstlerischem Genie und persönlichen Kämpfen, endete 1993 in Paris an den Folgen von AIDS. Zwei Jahre später wurde sein Nachlass versteigert, und die einst sein extravagantes Dasein prägenden Schätze wurden zerstreut.
Die Bühnenbilder der Produktion spiegeln Nurejews schillerndes Leben wider: mit männlichen Akten alter Meister, Sofas von Maria Callas, mit Goldfäden bestickten Kostümen und sogar einer Rekonstruktion seiner privaten italienischen Insel. Der Choreograf Juri Possochow, in der ukrainischen Stadt Luhansk geboren und heute US-Bürger, gestaltete gemeinsam mit dem Regisseur Kirill Serebrennikow die Tanzsprache des Stücks. Ihre Zusammenarbeit verzögerte sich, als Serebrennikow die Premiere 2017 nicht beiwohnen konnte und später wegen Veruntreuung verurteilt wurde.
Während der erste Akt durch emotionale Tiefe besticht, verliert der zweite Akt laut Kritikern an Schwung. Dennoch hinterlassen die Solodarbietungen und die großen Ensembleszenen einen bleibenden Eindruck. Trotz des Aufführungsverbots in Russland wird das Werk international weiter gezeigt und hält Nurejews Erbe lebendig.
"Nurejew" bleibt eine kraftvolle, wenn auch polarisierende Produktion. Seine opulente Ästhetik und die packende Erzählweise ehren einen Tänzer, der die Kunstform revolutionierte. Obwohl in Russland verboten, lebt das Stück auf internationalen Bühnen weiter – und bewahrt so das außergewöhnliche Leben und die Kontroversen um Nurejew vor dem Vergessen.






