Vom Taxidepot zur Poker-Turniersiegerin: Angela Rogans ungewöhnlicher Weg
Sebastian HuberVom Taxidepot zur Poker-Turniersiegerin: Angela Rogans ungewöhnlicher Weg
Angela Rogan hielt zum ersten Mal mit nur elf Jahren ein Kartenspiel in der Hand – in einem Taxidepot in Belfast, wo sie Poker spielte. Jahrzehnte später hat sie Mutterschaft, akademische Laufbahn und die Rückkehr an die Spieltische vereint – heute als Turniersiegerin und Mentorin für ihren eigenen Sohn.
In ihrer Jugend verbrachte Rogan viel Zeit damit, ihre Fähigkeiten im Depot zu verfeinern, bewaffnet mit nichts weiter als einer Tüte voller 10-Pence- und 20-Pence-Münzen. Anfang der 2000er Jahre gehörte sie zu den wenigen Frauen in der Pokerszene und sah sich an den Tischen oft mit Sexismus und Feindseligkeit konfrontiert. Trotzdem spielte sie weiter – selbst als sie vier Kinder unter fünf Jahren großzog und zwischen Familienpflichten und Turnierreisen pendelte.
Nach einer Pause vom Poker führte ein persönlicher Schicksalsschlag sie zurück in die Bildung. Sie erwarb einen Bachelor-, einen Masterabschluss und schließlich eine Promotion. Heute unterrichtet sie als Dozentin an der Queen’s University Belfast Kriminologie, Soziologie, Medizinrecht und statistische Analyse.
Ihre Rückkehr zum Poker erfolgte nach ihrer Promotion. Seitdem hat sie bereits über 10.000 Pfund an Turniergewinnen eingespielt. Zu ihren jüngsten Erfolgen zählen der Sieg beim Ladies Event der PartyPoker Tour in Malta sowie die Führung im Mini Main Event in Madrid als Chipleader. Die offene und einladende Atmosphäre der Tour – besonders für neue Spieler – motiviert sie, immer wieder teilzunehmen.
Rogan gibt ihr Wissen auch an ihren 18-jährigen Sohn weiter, der bei seinem ersten Irish Poker Tour-Event bereits in den Geldrängen landete.
Mit einer Promotion, einer Universitätskarriere und einer wachsenden Liste von Pokererfolgen ist Rogans Weg vom Belfast Taxidepot zu internationalen Turnieren noch lange nicht beendet. Die ersten Erfolge ihres Sohnes deuten darauf hin, dass die nächste Generation bald in ihre Fußstapfen treten könnte. Währenddessen bleibt sie am Tisch, lehrt – und bricht weiterhin Barrieren in einem Spiel, das sie schon als Kind liebte.






