Wie Opernhäuser mit Lifestyle-Inhalten auf Instagram junge Zuschauer ködern
Sebastian HuberWie Opernhäuser mit Lifestyle-Inhalten auf Instagram junge Zuschauer ködern
Große Opernhäuser setzen zunehmend auf Instagram – doch statt Musik in den Vordergrund zu stellen, werben viele nun mit Lifestyle-Inhalten, um jüngere Zielgruppen anzusprechen. Dazu gehören Anleitungen, Drink-Empfehlungen oder sogar unbeholfen inszenierte Posen der Moderatoren.
Die Wiener Staatsoper präsentiert auf ihrem Account Hemma und Jakob, die Oper als gesellschaftliches Erlebnis oder kulinarisches Highlight vermarkten. Ihre Beiträge reichen von Guides für die Bestellung am Pausenbuffet bis hin zu Benimmregeln für Erstbesucher.
Ähnlich geht die Festspielhaus Baden-Baden vor: Hier wird mit „Klassik und Spritz“ oder „Sundownern mit DJ auf der Terrasse“ geworben. Opera Bert, einer der Hosts, posiert dabei oft steif auf Geländern – in einer Mischung aus lässig und gekünstelt.
Die Bayerische Staatsoper schlägt einen anderen Weg ein. Holger Noltze erklärt in seinen Beiträgen Wagners Werk, das Orchester oder die künstlerische Philosophie. Auch Jonas Kaufmann ist in Kostüm zu sehen – der Fokus bleibt auf der Performance. Dieser Stil erinnert an die alte Sendung „Achtung Klassik!“ mit Justus als Moderator.
Ganz anders die Staatsoper Berlin: Hier dominiert die Sichtbarkeit der Sponsoren. BMW ist allgegenwärtig, die Posts wirken eher auf Unternehmenspartner zugeschnitten als auf Musikbegeisterte.
Opernhäuser nutzen Instagram zunehmend, um mit Lifestyle und Sponsoring neue Zielgruppen zu erreichen. Nur wenige, wie die Bayerische Staatsoper, halten noch am Kunstwerk selbst fest. Der Wandel spiegelt eine größere Entwicklung wider – wie Kulturinstitutionen ihr Angebot heute vermarkten.
