20 June 2026, 02:03

Wiener Festwochen 2025: Rekordbesuch – doch nicht alle Inszenierungen überzeugten

Wiener Festwochen: Frieden kehrt in den Staat der Götter zurück

Wiener Festwochen 2025: Rekordbesuch – doch nicht alle Inszenierungen überzeugten

Die Wiener Festwochen 2025 verzeichneten mit fast 196.000 Besuchern einen neuen Rekord. Zwei Drittel der Gäste strömten zur Eröffnungsveranstaltung auf dem Heldenplatz. Doch nicht alle Aufführungen konnten die Erwartungen erfüllen.

Milo Raus Inszenierung Republik der Götter enttäuschte viele Zuschauer. Dennoch blieb sein soziopolitischer Einfluss ungebrochen – besonders in den hitzigen Debatten um die selbsternannten Propheten Peter Thiel und Braco. Deutlich besser kam dagegen Gob Squads interaktives Stück Turn an, das ihre frühere Arbeit Doppelgänger/Doppelganger weit überstrahlte.

Nestervals Interpretation der Nibelungensage scheiterte kläglich und erntete vernichtende Kritik. Andere Produktionen hingegen glänzten: Angélica Liddells Seppuku: Die Bestattung Mishimas oder die Lust am Sterben wurde begeistert gefeiert, und Brigitta Muntendorfs Der Tag davor setzte ein kraftvolles Zeichen gegen Gewalt.

Zu den Höhepunkten zählten auch Patti Smiths Auftritte und Florentina Holzingers Pfingstspiel. Thorsten Lensings Tanzende Idioten erntete breite Anerkennung, wobei Ursina Lardis Darstellung besonders hervorgehoben wurde. Trotz dieser Lichtblicke sank die Auslastung der Veranstaltungen unter Raus Leitung weiter.

Das Festival bot also eine Mischung aus Triumphen und Enttäuschungen – vor Rekordkulisse. Starke Produktionen wie die von Liddell und Lensing wogen schwächere Aufführungen auf. Die Besucherzahlen blieben hoch, doch die allgemeine Resonanz zeigte erste Ermüdungserscheinungen.

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