Willich verabschiedet Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Defizit – Familien zahlen mehr für Kitas
Emil SchmittWillich verabschiedet Haushalt 2026 trotz 25-Millionen-Defizit – Familien zahlen mehr für Kitas
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 trotz eines erwarteten Defizits von rund 25 Millionen Euro verabschiedet. Die Entscheidung fiel nach einer kurzen Debatte, in der die Fraktionen Bedenken hinsichtlich der finanziellen Stabilität und der Auswirkungen auf Familien äußerten.
Das Genehmigungsverfahren dauerte weniger als zwei Stunden, da sich alle Parteien an strenge Zeitvorgaben hielten. Während die Fraktion der Grünen den Haushaltsplan unterstützte, wiesen sie auf die tiefgreifenden strukturellen Finanzprobleme der Stadt hin und forderten umgehende Reformen.
Auch die SPD stimmte dem Haushalt zu, bestand jedoch darauf, dass Kürzungen Familien nicht zusätzlich belasten dürften. Stattdessen schlug sie vor, nicht zwingend notwendige Ausgaben zu streichen. Gleichzeitig kritisierte die SPD die Streichung des Zuschusses für das "Deutschlandticket" für anspruchsberechtigte Studierende, begrüßte aber die "Bauturbo"-Initiative zur Beschleunigung von bezahlbarem Wohnraum.
Ein zentraler Streitpunkt waren die Kosten für die Kinderbetreuung. Der Rat erhöhte die jährliche Anpassung der Gebühren in Kitas von zwei auf drei Prozent und machte diese Erhöhung dauerhaft. Derzeit zahlen nur 24 Prozent der Kinder in Willicher Kitas Gebühren, der Rest ist aus verschiedenen Gründen befreit. Eltern hatten bereits im Vorfeld Unmut über die geplanten Erhöhungen geäußert.
Der Jugendhilfeausschuss lehnte zwei zentrale Maßnahmen ab: die Einführung von Geschwistergebühren und die höhere Beitragsrate. Letztlich beschloss der Rat jedoch, die bestehende Regelung beizubehalten, nach der in Kindergärten keine ermäßigten Geschwistergebühren erhoben werden.
Der verabschiedete Haushalt hinterlässt Willich mit einem Fehlbetrag von 25 Millionen Euro, bewahrt aber einige Entlastungen für Familien. Die Kita-Gebühren steigen, doch die Geschwisterermäßigungen bleiben bestehen. Die nächsten Schritte des Rates werden zeigen, wie die Stadt ihre finanziellen Herausforderungen meistert, ohne die Bürger zusätzlich zu belasten.






