Caren Jess entlarvt gesellschaftliche Zwänge mit tierischen Metaphern auf der Bühne
Marie WolfCaren Jess entlarvt gesellschaftliche Zwänge mit tierischen Metaphern auf der Bühne
Caren Jess präsentiert zwei neue Stücke über menschliche und tierische Kämpfe unter gesellschaftlichem Druck
Caren Jess hat zwei neue Theaterstücke uraufgeführt, die sich mit den Kämpfen von Menschen und Tieren unter gesellschaftlichen Zwängen auseinandersetzen. "Die Katze Eleonore" feierte 2023 in Dresden Premiere, während "Bookpink – Neue Ankünfte" am Deutschen Theater Berlin seine Pforten öffnete. Beide Werke bedienen sich tierischer Metaphern, um Unterdrückung und Überlebensstrategien zu erkunden.
"Die Katze Eleonore" erzählt die Geschichte einer Frau, die sich in eine Katze verwandelt, um den Anforderungen des menschlichen Daseins zu entfliehen. In die Handlung verwoben sind Erinnerungen an Jess' Großmutter Erdmuth, die der Kritik an gesellschaftlichen Erwartungen eine persönliche Note verleihen.
"Bookpink – Neue Ankünfte" ist in drei Szenen unterteilt, die jeweils Anpassungsdruck und strukturelle Gewalt thematisieren. Die erste zeigt die Familie Adler, einen nationalistischen und kapitalistischen Clan, dessen starre Ideologien die Menschen in ihrem Umfeld gefangen halten. Der zweite Akt kreist um eine Kolibri-Influencerin, die eine missglückte Sterilisation über sich ergehen lassen muss – ein Symbol für Ausbeutung und Entmündigung.
Die letzte Szene handelt von einem Zilpzalp, der einen gefangenen Kanarienvogel befreit, während eine menschliche Figur in Isolation lebt. Mit diesen Erzählungen stellt Jess den Sozialdarwinismus, Biologismus sowie Mythen von Rasse und Stärke infrage. Gleichzeitig hinterfragen die Stücke Kapitalismus und Kolonialismus als Systeme, die sowohl Menschen als auch Tieren die Freiheit rauben.
Jess' aktuelle Werke nutzen eindringliche tierische Allegorien, um gesellschaftliche Missstände schonungslos bloßzulegen. "Die Katze Eleonore" und "Bookpink – Neue Ankünfte" liefern scharfsinnige Kritiken an Machtstrukturen und verbinden persönliche Geschichte mit übergreifenden politischen Themen. Beide Stücke sind derzeit an deutschen Theatern zu sehen.






