Fokins Revisor verbindet Zarenzeit und moderne Satire im Alexandrinski-Theater

Sebastian Huber
Sebastian Huber
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Ein Blatt Papier mit dem Text "Overture du Theatre de la Grande Salle du Palais Cardinal Mirame" darauf.Sebastian Huber

Fokins Revisor verbindet Zarenzeit und moderne Satire im Alexandrinski-Theater

Valery Fokins neueste Inszenierung von Der Revisor verleiht dem Alexandrinski-Theater frischen Schwung. Das Stück feierte dort 1836 seine Uraufführung – in Anwesenheit von Zar Nikolaus I. Fast zwei Jahrhunderte später knüpft Fokins Version an die historischen Verbindungen zwischen dem Alexandrinski-Theater und Russlands kaiserlicher Vergangenheit an.

Fokins Beziehung zum Alexandrinski-Theater reicht weit zurück. Vor genau 100 Jahren inszenierte Wsewolod Meyerhold Der Revisor am selben Ort. Fokin selbst führte das Stück dort erstmals 2002 auf, und seine jüngste Produktion setzt diese Tradition fort.

Die Inszenierung nutzt bewusst die Zarenloge, einst den russischen Herrschern vorbehalten. Schlüsselszenen wie der Traum des Stadtvorstehers und die Ankunft des Revisors spielen sich in diesem Raum ab und verknüpfen Gogols Satire direkt mit ihren autokratischen Ursprüngen. Auch die Kaiserhymne Gott bewahre den Zaren! ist in die Aufführung eingewoben und unterstreicht das historische Gewicht der Produktion. Bei der Premiere am 28. Februar saß unter den Zuschauern auch Michail Piotrowski, der Generaldirektor der Eremitage.

Auf der Bühne verkörpert Tichon Schisnewski Chlestakow als eine Figur mit gespaltenem Ich, ausgelöst durch einen "magischen" Trank. Sergei Parschin spielt den Stadtvorsteher mit einer Mischung aus grotesken Manierismen und natürlichem Sprechstil. Die Vorstellung endet mit einer stummen Szene, gefolgt von einem Segment namens Fortsetzung, in dem die Schauspieler die Produktion analysieren und das Publikum zur Diskussion einladen.

Eduard Kotschergin beschreibt Fokins Ansatz als eine Synthese aus "allem Guten, das es in Dramaturgie, bildender Kunst und Musik gibt – all den Elementen, die das Theater nutzt". Konstantin Raikin, der sich an seine Zeit am Schtschukin-Institut Ende der 1960er-Jahre erinnert, lobt Fokins Regietalent als außergewöhnlich.

Fokins Inszenierung verbindet Geschichte, Satire und Publikumseinbindung. Indem er zentrale Szenen in der Zarenloge spielt, belebt er eine Tradition, die mit Nikolaus I. begann. Das interaktive Finale und die musikalischen Anklänge an die Vergangenheit sichern die Aktualität des Stücks für heutige Zuschauer.

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